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Team LeMansZone

Tipps und Tricks - alles, was nicht in die anderen Rubriken reinpasste

Einkaufen in Le Mans

Die meisten Lebensmittel und Getränke haben wir bisher immer aus Deutschland mitgebracht, denn diese sind in Frankreich etwas teurer und vernünftiges Bier ist nach meiner Meinung dort ohnehin nicht erhältlich. Es ist aber durchaus möglich, ohne Vorräte und Ausrüstung, dafür aber mit voller Brieftasche in Le Mans anzukommen und sich vor Ort von der Zahnbürste bis zum Grill, also mit allem Notwendigen, einzudecken. Die wichtigsten Adressen:

CARREFOUR, ein großer Supermarkt (vergleichbar mit einem REAL bei uns) mit Shopping-Komplex (u. a. mit Apotheke), nur etwa 3 km von der Strecke entfernt in Richtung Innenstadt, Straßenbahnhaltestelle Glonnières - Centre Sud: 309 Avenue Georges Durand, 72019 Le Mans, Route (Google Maps), GPS: Nord 47.972561; Ost 0.218732, Mo-Fr: 8:30- 21:30 Uhr, Sa: 8:30 - 21:00 Uhr

SUPER U in Arnage, ein Supermarkt, nur wenige Kilometer entfernt von den Zeltplätzen Maison Blanche, Bleu Nord und Bleu Sud: Centre commercial Rive Sud - Boulevard Pierre Lefaucheux, 72230 Arnage, Route (Google Maps), GPS: Nord 47.941194; Ost 0.182905, Mo-Do und Sa: 9:00- 19:30 Uhr, Fr: 9:00 - 20:00 Uhr

DECATHLON, ein französischer Hersteller und Händler von Sportgeräten und -bekleidung nahe der Hunnaudieres-Geraden. Hier gibt es auch eine große Campingabteilung, ideal, falls man wichtige Zeltplatzausrüstung vergessen hat: Parc d'activité des Hunaudières, 72230 Ruaudin, Route (Google Maps), GPS: Nord 47.956091; Ost 0.229344, Mo-Sa: 9:00- 20:00 Uhr

LIDL, eine Filiale des deutschen Discounters, liegt etwa 1,5 km vom Haupteigang der Strecke entfernt: 450 Avenue Félix Geneslay, 72100 Le Mans, Route (Google Maps), GPS: Nord 47.969695; Ost 0.200822, Mo-Sa: 8:30- 19:30 Uhr

ALDI, auch die sind in Frankreich vertreten, liegt etwa 3.5 km vom Haupteigang der Strecke entfernt: 2 à 34 Avenue Pierre Brossolette, 72100 Le Mans, Route (Google Maps), GPS: Nord 47.9777465; Ost 0.2073337, Mo-Fr: 8:30- 20:00 Uhr, Sa: 8:30- 19:30 Uhr

Das "Village"

Mit seinen zahllosen Bars, Essständen und Shops bildet das sogenannte "Dorf" das Zentrum des Kurses. Es zieht sich, innerhalb der Rennstrecke, von der Dunlopkurve bis an die Grenze des Fahrerlagers. Auf dem zentralen Platz befindet sich ein großer, von Audi gesponserter, "Turm" sowie eine Großleinwand, auf der das Renngeschehen, zu WM- oder EM-Zeiten aber auch schon einmal Fußball-Länderspiele, übertragen werden. Die Preise für Essen und Getränke sind heftig, 2016 wurden 6 bis 8 € für ein 0,3 ltr. Bier verlangt. Einige der Shops lohnen unter Umständen doch einen Besuch: Wer Rennwagen als Modellautos oder als Poster sammelt oder auf der Suche nach eher seltenen Motorsportbüchern ist, der wird hier unter Umständen fündig.

Radio Le Mans

Radio Le Mans ist ein englischsprachiger Radiosender, welcher ab Mittwoch rund um die Uhr lokal begrenzt sendet. Für die unter uns, die der englischen Sprache mächtig sind, lohnt es sich auf jeden Fall, ein kleines Taschenradio mit Kopfhörern mit zur Strecke zu nehmen. In den letzten Jahren war die Sendefrequenz immer die gleiche: 91.2 FM. Der Sender wurde 1987 von einer kleinen Gruppe britischer Enthusiasten ins Leben gerufen und machte in den ersten Jahren nachts oft noch eine Sendepause. Inzwischen ist das Personal aufgestockt und das Programm recht umfangreich geworden. Gesponsert wird dieser Service von jährlich abwechselnden Geldgebern. Ich erinnere mich noch gut an das Sponsoring durch eine Kondomfirma Anfang der 90er-Jahre, Jiffy Condoms, sowie die damit verbundenen Witze der Sprecher, "Have a stiffy, grab a Jiffy".

Unvergessen ist auch der allererste Auftritt der Radio Le Mans-Sprecher im Jahr 1987: Als Briten machten Sie natürlich aus ihrer Unterstützung für das Jaguar-Team keinen Hehl, und als nach- und nach die Jaguare ausfielen oder Probleme bekamen und sich ein Porsche-Sieg andeutete, steigerte sich offenbar der Bierkonsum in der Sprecherkabine. Zum Schluss wurde nur noch gelallt und nach einem lauten Rülpser in den frühen Morgenstunden gab es dann Musik in Endlosschleife.

Radio Le Mans

Heute ist Radio Le Mans sehr professionalisiert, betreibt eine eigene Website und ist auch bei vielen anderen Sportwagenrennen, z.B. in den USA, live vor Ort. Falls jemand kein Radio hat: Radio Le Mans vertreibt inzwischen selber welche, man kann sie für 10 € im Shop im Village oder bei einem der mobilen Verkäufer erwerben.

Smartphone Apps

Heutzutage geht ja nichts mehr ohne Apps - auch Le Mans macht da keine Ausnahme. Für das 24 Std. Rennen 2016 gab es 2 Apps, die empfehlenswert waren:

  • Die "FIA WEC" App, diese ist hauptsächlich wegen des Live-Timings interessant, vorausgesetzt, ihr verfügt auch an der Strecke über einen Internetzugang mit eurem Smartphone. Es gibt eine Gesamtübersicht, man kann sich das aktuelle Klassement aber auch nach Fahrzeugklassen sortieren.
  • Die App des Veranstalters A.C.O. "24 on Site", diese enthält eine Streckenkarte, Details zu allen Fahrern und Fahrzeugen und viele weitere nützliche Informationen. Die App ist auch ohne Internetzugang an der Strecke sinnvoll zu benutzen, also auf jeden Fall schon zuhause runterladen.

Beide Apps sind sowohl für iPhones im Appstore als auch für Android Smartphones bei "Google play" erhältlich und es gilt: Wer Englisch oder Französisch spricht, ist klar im Vorteil, denn deutsche Versionen gibt es nicht.

Der "Spotter Guide"

Seit mehreren Jahren veröffentlich Andy Blackmore auf seiner Seite www.spotterguides.com eine komplette Starterliste zu den 24 Std. von Le Mans kostenlos zum Download und selbst ausdrucken. Es handelt sich um ein 3-seitiges PDF-Dokument, auf dem eigentlich alles drauf ist, was man an der Strecke braucht: Bilder (Grafiken) aller Autos mit technischen Daten zu den Fahrzeugen, Nahmen der Fahrer, Zeitplan der Rennwoche und vieles mehr. Tipp: Dies am besten erst unmittelbar vor der Abfahrt nach le Mans herunterladen und (unbedingt auf einem Farbdrucker!) ausdrucken, denn das Dokument wird ständig aktualisiert, damit die immer wieder vorkommenden "Last-Minute"-Fahrerwechsel noch berücksichtigt werden.

Zugang zur Strecke, Kontrollen an den Eingängen, Mitnahme von Alkohol an die Strecke

Achtung: Die Eintrittstickets sind alle mit einem Barcode versehen und werden sowohl beim Betreten als auch beim Verlassen der Strecke gescannt. Achtet auch bitte selbst darauf, dass dies tatsächlich passiert. Manchmal übersehen Euch die Kontrolleure im Gedränge und dann habt ihr ein Problem, denn mit einer Karte, die nicht ordentlich beim Verlassen per Scanner "ausgebucht" wurde, kommt man auch nicht mehr rein. Auf diese Weise soll natürlich verhindert werden, dass Eintrittskarten einfach über den Zaun weitergereicht werden. Am Eingang müsst ihr mit Kontrollen der mitgebrachten Taschen und Rucksäcke rechnen, diese fallen je nach Andrang mehr oder weniger gründlich aus. Wenn viel los ist, wird weniger gründlich kontrolliert.

Ihr fragt euch jetzt sicher: Darf ich Bier mit an die Rennstrecke nehmen? Ein offizielles Statement zum Thema Mitnahme von Alkohol an die Rennstrecke war zum Rennen 2016 weder auf der Website des Veranstalters noch in den Programmheften zu finden, es scheint jedoch verboten zu sein. Es kann also durchaus vorkommen, das ihr euer Bier am Eingang abgeben müsst, wir haben dies selbst erlebt. Dies wird jedoch nicht konsequent gehandhabt, bei Problemen also am besten einfach einen anderen Eingang nehmen. Ein beliebter Trick: Ganz oben im Rucksack ein oder zwei Bierdosen offen verstauen, dann haben die Kontrolleure was zum Beschlagnahmen. Den großen Rest der Alkoholvorräte versteckt man dann am besten tief unten im Rucksack unter einer Jacke.

Essen und Getränke an der Strecke

Essen und nichtalkoholische Getränke dürfen mit an die Strecke gebracht werden, das Mitbringen von Glasflaschen aller Art ist aber verboten. Eure Getränke bringt ihr also am besten in Dosen und/oder Plastikflaschen mit. Die Mitnahme von Getränken ist übrigens äußerst lohnenswert, 2016 wurden an den Verkaufsständen an der Rennstrecke bis zu 8,- € für 0,3 ltr. Bier abkassiert, die Preise für Wasser und Softdrinks sind ähnlich absurd. Ebenfalls sehr unerfreulich sieht es bei den Mahlzeiten aus, denn die Preise für Fast Food an der Strecke sind erschreckend und die Qualität ist bis auf wenige Ausnahmen unterirdisch.

Zuschauerbereiche

Streckenlayout 2007

Im Uhrzeigersinn betrachtet: Der komplette Teil der Strecke zwischen Maison Blanche (kurz hinter den Porsche-Kurven) und Tertre Rouge ist für Zuschauer geöffnet. Mit einer normalen Eintrittskarte für die Stehplätze (Enceinte Générale) kommt man fast überall hin. In diesem Bereich befinden sich auch 3 Fußgängertunnel und die berühmte Dunlop-Brücke, sodass man problemlos sowohl von der Außen- zum Innenbereich als auch von der Innenseite zum Außenbereich der Strecke wechseln und zuschauen kann. Ebenfalls in diesem Bereich befinden sich ca. 20 Tribünen, die meisten davon gegenüber der Boxenanlage. Vor fast allen Tribünen befinden sich auch freie Stehplatzbereiche. Weitere, separate, Zuschauerbereiche befinden sich bei den Porsche Kurven, in Mulsanne (am Ende der langen Hunaudières-Geraden) und in Arnage. Die Hunaudières-Gerade mit den zwei darin eingebauten Schikanen ist für Zuschauer gesperrt, ebenso die Streckenteile zwischen Mulsanne und Arnage sowie zwischen Arnage und den Porsche-Kurven.

Für uns Zuschauer hat sich seit unserem ersten Besuch 1985 sehr viel verändert: Dort, wo man früher noch ungehindert fotografieren konnte, wird jetzt die Sicht durch meterhohe Fangzäune gestört - so dicht wie noch bei unserem ersten Besuch wird man nie wieder an der Strecke stehen können. Vor allem der Bereich um die Dunlop-Schikane zeichnet sich mittlerweile durch fußballfeldgroße Kiesbetten aus, wir Zuschauer stehen also immer weiter weg von den fahrenden Autos. Aber Sicherheit hat nun mal seinen Preis...

Start-Ziel

Le Mans 2006: Esses

Die Stehplatzbereiche vor den Tribünen bei Start-Ziel sind (natürlich) am Anfang und Ende des Rennens meistens ziemlich voll. Wir gehen häufig nachts dorthin, weil sich man sich dort ganz gut die Boxenstopps auf der gegenüber liegenden Seite anschauen kann.

Dunlop-Schikane

Le Mans 2013: Dunlop-Schikane

Diese Schikane entstand 1987, vorher ging es von der Start-Ziel Geraden fast mit Vollgas durch die Dunlop-Kurve bis zur Dunlop-Brücke. Die Kiesbetten wurden in Laufe der Jahre immer breiter, sodas mittlerweile ein Teleobjektiv benötigt wird, um noch vernünftige Fotos machen zu können.

Esses

Le Mans 2006: Esses

Der Streckenteil zwischen Dunlopbrücke und der Tertre Rouge Kurve wird als "Esses" bezeichnet und bezeichnet eine Serie von Kurven, die vom Streckenrand ganz gut einsehbar sind. In den letzten Jahren haben wir uns hier häufig den Start des Rennens angeschaut, insbesonders, wenn es bei Start-Ziel zu voll war.

Tertre Rouge

Le Mans 2008: Tertre Rouge

Diese Kurve markiert den Übergang von der reinen Rennstrecke in eine Rennstrecke, die das öffentliche Straßennetz nutzt. Zur Innenseite der Tertre Rouge-Kurve gelangt man, in dem man an der Außenseite der Strecke von der Dunlopbrücke kommend zu den Esses die Strecke entlang geht. Kurz vor Tertre Rouge gibt es dann einen Fußgängertunnel, durch den man zur Innenseite der Kurve gelangt. Dies ist einer der wenigen Stehplätze, von denen man noch Fotos ohne störende Fangzäune im Bild machen kann: Einfach ganz oben auf den Erdwall gehen und ein Teleobjektiv benutzen. Von hier aus beschleunigen die Fahrzeuge auf die lange Hunnaudieres-Gerade, die im Alltag ein Teil der Landstraße D338 ist, die die Städte Le Mans und Tours verbindet.

Hunaudières

Le Mans 2010: Hunnaudieres

Leider ohne Zuschauerbereich, aber das Bild gibt einen Eindruck, wie es dort aussieht. Diese Gerade war bis 1990 mit fast 7 km Länge eine der längsten Geraden der Welt. Als die Höchstgeschwindigkeiten bei über 400 km/h angekommen waren (auf einer französischen Landstraße!!!), wurden aus Sicherheitsgründen 2 Schikanen eingefügt, die auf dem Bild oben ganz gut zu sehen sind. Nachts ist dieser Streckenteil komplett dunkel, dann sind die Fahrer auf ihr Scheinwerferlicht angewiesen.

Mulsanne

Le Mans 2012: Mulsanne

Ein Ausflug zum Zuschauerbereich in Mulsanne ist absolut lohnenswert. In der Nacht oder am frühen Morgen kann man durchaus mit dem Auto dorthin fahren, auf dem dazugehörigen Parkplatz haben wir bisher immer Platz gefunden. Alternativ kann man auch einen der Shuttlebusse nutzen. An dieser Stelle kommen die Autos von der langen Hunnaudieres-Geraden, bremsen herunter und entschwinden in Richtung Indianapolis-Kurve durch den Wald.

Arnage

Le Mans: Arnage

Auch ein Ausflug zum Zuschauerbereich in Arnage lohnt sich, denn die Kurve ist sehr scharf (fast 90 Grad) und die Autos sind demzufolge langsam und relativ gut zu fotografieren. Für die Anreise gilt das gleiche wie für den Bereich in Mulsanne: Entweder mit dem Auto oder mit dem Shuttlebus.

Ford-Schikane

Le Mans 2007: Ford SChikane

Auf dem Weg von den Porsche-Kurven zurück zu Start-Ziel liegen die Ford-Schikanen und die Einfahrt zur Boxenanlage. Auch hier müssen die Fahrzeuge relativ stark bremsen.

Der "Mad Friday"

Freitags gibt es außer dem Besuch in der Boxengasse und einem Abstecher zur Fahrerparade in der Innenstadt eigentlich nicht viel zu tun, und so vertreiben sich viele Fans die Zeit mit Beschleunigungsrennen, im Kreis fahren und ähnlichen Späßen, es ist der sogenannte "Mad Friday". Dies alles passiert auf den Straßen rund um die Rennstrecken. Zentrum der Aktivitäten sind der Kreisverkehr am Zeltplatz "Houx Annexe" sowie Arnage. Sportwagenbesitzer jagen ihre Autos mit kreischenden Rädern um den Kreisverkehr, Zuschauer stehen herum und beschießen die Akteure mit Wasserpistolen. Sobald es dunkel ist, wird das alles noch mit Feuerwerk und Rauchbomben garniert, ein nicht ganz ungefährliches Spektakel auch für die Zuschauer.

Mad Friday

Teilweise werden extra relativ skurrile Gefährte für diesen Tag von den Fans herangekarrt, von motorisierten Sofas und Badewannen bis hin zum Piratenschiff haben wir da schon einiges gesehen. In Deutschland würde so etwas schon nach kurzer Zeit von der Polizei beendet, die Franzosen sehen das Gottseidank etwas lässiger.

Geldautomaten

Es gibt insgesamt 3 Geldautomaten an der Rennstrecke:

  • In der Mitte des "Village", wenn man aus dem Tunnel am Ende der Start-Ziel-Geraden herauskommt, geht man nach rechts.
  • Ebenfalls im "Village", am entgegengesetzten Ende der gleichen Gebäudereihe, in dem sich auch der erste Automat befindet
  • Am Eingang E3 bei Start/Ziel an der Außenseite der Strecke
Geldautomat

Die genaue Lage der Automaten ist auf der folgenden Karte mit dem "€"-Symbol markiert.

Village

Medizinische Versorgung

Für Zuschauer gibt es ein "Medical Center" direkt hinter dem Village zwischen den Parkplätzen 9 und 12. Es ist immer eine größere Anzahl von Ärzten, Sanitätern und natürlich auch Krankenschwestern im Einsatz und in der Regel findet man auch immer Jemanden der Englisch oder Deutsch spricht. Vor einigen Jahren musste einer von uns dort in Behandlung, das Personal war sehr freundlich und half sofort. Viele dort sind freiwillig und ohne Bezahlung im Einsatz, Respekt! Zusätzlich zu diesem "Medical Center" sind auch Sanitäter mit Vans im mobilen Einsatz an diversen Punkten an der Strecke positioniert.

Fahrerparade

Die Fahrerparade findet immer Freitags abends ungefähr zwischen 18:00 und 20:00 Uhr in der Innenstadt von Le Mans statt und ist bei den Zuschauern sehr populär, oft säumen mehr als 100.000 Fans die Strecke. Alle Fahrer werden in offenen Oldtimern durch die Straßen der Innenstadt gefahren. Das Ganze ist sehr entspannt, manchmal chaotisch und auch eine erstklassige Gelegenheit Autogramme zu sammeln. Die Parade wird durch diverse Kapellen und Fußgruppen ergänzt, eine gewisse Ähnlichkeit zu deutschen Karnevalsumzügen besteht da durchaus.

Fußgruppen bei der Fahrerparade

Für die Fahrer ist das wohl sehr anstrengend. Der schwedische Rennfahrer Stefan Johanssen schrieb mal, dass es wenig angenehm sei, 3 Stunden in einem offenem Oldtimer mit laufendem Motor zu sitzen, er und die meisten Kollegen hätten danach tierische Kopfschmerzen von den Abgasen dieser alten Kisten. Darüberhinaus sind die Piloten dazu verpflichtet, ihre Rennoveralls zu tragen. Drücken kann sich niemand, für alle Fahrer ist dies ein Pflichttermin und die angedrohte Strafe fürs Nichterscheinen beträgt 2017 saftige 1.000 €.

Route der Fahrerparade

Achtung: Fahrt auf keinen Fall mit dem Auto in die Stadt, denn die Parkplatzsuche dürfte sich zur "Mission Impossible" entwickeln. Nehmt lieber die Straßenbahn! Wie das funktioniert, ist hier erklärt.

Ein Team bei der Fahrerparade

Weitere Information zur Fahrerparade findet man auf der Website der Organisatoren.

Das Museum

Direkt vor dem Haupteingang der Rennstrecke liegt das Automobilmuseum, in dem zahlreiche Rennwagen und historische Autos ausgestellt sind. Ein Besuch ist absolut lohnenswert und kostete 2015 pro Person 8,50 €. Es ist in der Rennwoche täglich von 10:00 bis 19:00 Uhr geöffnet(es gibt auch einen Audio-Guide mit deutscher Sprache).

  • Le Musée des 24 Heures - Circuit de la Sarthe
  • 9 Place Luigi Chinetti
  • 72100 Le Mans
  • GPS 47.9561393 - 0.2074816
Museum Museum Museum Museum Museum

Weitere Informationen findet ihr auf der Website des Museums in englischer und französischer Sprache

Internetzugang

Ein öffentliches, frei zugängliches WLAN gibt es an der Rennstrecke leider nicht, Ausnahme ist das McDonalds-Restaurant an der 1. Schikane der Hunnaudieres-Geraden. Einen kommerziellen Hotspot scheint es zu geben, bei einer Internet-Recherche stößt man auf diese Firma: Neuf Telecom, Rue des Raineries, Le Mans, Tel. +33-2 43402510.

Prepaid SIM-Karten: Es gibt einen SFR-Laden (Societe Francaise du Radiotelephone) im Shopping Komplex beim Carrefour-Supermarkt, in dem man Prepaid-Karten für das französiche Netz erwerben kann. 2011 kostete dort ein USB-Stick mit einer SIM und einer Datenflatrate für 3 Tage 9,90 €; für zusätzliche 9,00 € konnte man weitere 2 Tage nachladen. Einen guten Überblick über alle in Frankreich erhältlichen Optionen findet man in diesem Wiki (in englischer Sprache).

Helikopterflüge

Der Flughafen von Le Mans liegt direkt gegenüber der Rennstrecke und so ist es keine große Überraschung, dass dort am Rande des Flugfelds, an der Straße hinter der Start-Ziel-Gerade Helikopter-Flüge angeboten werden. In den letzten Jahren wurden diese von verschiedenen Gesellschaften durchgeführt, die Preise lagen bei 80 - 100 € für 10 - 15 Minuten und ca. 2 Runden die Rennstrecke entlang. Reservierungen sind nicht nötig, in der Regel gibt es da keine langen Wartezeiten, 2015 flogen 5 Maschinen gleichzeitig. Einige von uns haben einen solchen Flug in der Vergangenheit gemacht und alle kamen begeistert zurück. Manche der Piloten machen sich einen Spaß daraus, einen der Rennwagen auf der Strecke auszusuchen und diesem über eine komplette Runde aus der Luft zu folgen. Die Flüge werden während der frühen Trainings und natürlich tagsüber während des Rennens durchgeführt.

Helikopterflug

Notfalladressen

Polizei: Wenn Euch an der Rennstrecke etwas Wertvolles gestohlen wurde, nützt euch ein Gespräch mit den Gendarmen vor Ort erstmal wenig - die haben andere Sorgen und wimmeln ab. Um den Schaden später zuhause bei Eurer (hoffentlich vorhandenen) Versicherung geltend zu machen, müsst Ihr eine offizielle Anzeige erstatten und diese protokollieren lassen. Dies geht leider nur in der Innenstadt von Le Mans beim "Commissariat de Police", 6 Rue Coëffort , P.O. Box 554, 72017 Le Mans Cedex, Tel +33 2 43 61 68 00.

Karten sperren: Falls Euch die Kredit- oder EC-Karte gestohlen wurde, solltet Ihr diese umgehend sperren lassen. Dies geht mit der 24 Stunden-Hotline unter +49 30 4050 4050 oder +49 116 116.

Pannenhilfe: Auf Autobahnen kann Pannenhilfe über die Notrufsäulen angefordert werden. Auf allen anderen Straßen kann sie unter der kostenlosen Rufnummer +33 800 08 92 22 der AIT-Assistance von 0-24 Uhr in deutscher Sprache angefordert werden. Es gibt auch einen deutschsprachigen ADAC-Notruf in Frankreich: +33 4 72 17 12 22

Technische Abnahme

Dies ist eine eigene Veranstaltung in der Innenstadt von Le Mans, die am Sonntag vor dem jeweiligen Rennwochenende beginnt, sich über 2 Tage hinzieht, und den Start der Rennwoche markiert. Alle Teams müssen ihre Autos zum Place de la Republique transportieren, wo sie in Zelten von Kontrolleuren des A.C.O. auf Regelkonformität überprüft werden. Das ein oder andere Team hat dabei in der Vergangenheit schon böse Überraschungen erlebt. Die Fahrer müssen sich dort präsentieren und ihre Lizenzen, Helme und Overalls überprüfen lassen. Wenn beides absolviert ist, stellen sich Wagen und Fahrer zum offiziellen Teamfoto auf. Das Ganze geschieht öffentlich, es gibt einige kleine Tribünen für die Zuschauer und genug Gelegenheit, Autogramme zu sammeln und vielleicht sogar mit dem ein- oder anderen Fahrer ein Schwätzchen zu halten. Nehmt die Kamera mit, so dicht wie bei diesem Event kommt ihr nirgendwo an alle Rennwagen ran. Erfreulicherweise ist das ganze kostenlos.

Technische Abnahme

Wir haben die Technische Abnahme erstmals im Jahr 2014 besucht und fanden eine sehr entspannte Atmosphäre vor. Es war bei weitem nicht so voll, wie wir befürchtet hatten, und auch auf den Tribünen fanden wir problemlos Platz. Der genaue Zeitplan der Abnahme wird einige Wochen vorher auf der Veranstalter-Website veröffentlicht. In der Regel findet die Abnahme immer Sonntags von 14:00 - 18:00 Uhr und Montags von 10:00 - 17:00 Uhr statt. Auch hier ist die Anreise von der Strecke aus mit der Straßenbahn empfehlenswert.

Pitwalk

Freitags vor dem Rennen finden keine Trainings statt und es herrscht Ruhe an der Rennstrecke. Dieser Tag dient den Teams traditionell dazu, die Autos final auf das Rennen vorzubereiten, also alle Verschleißteile zu tauschen, evtl. den Motor noch zu wechseln und vieles mehr. Damit auch die Zuschauer davon etwas haben, ist an diesem Tag die Boxengasse von 10:00 - 18:00 Uhr geöffnet.

Pitwalk

Die Teams dürfen ihre Garagen nicht verschließen, man kann also den Mechanikern bei der Arbeit zuschauen. Wer Glück hat, erlebt das ein- oder andere Boxenstopptraining hautnah mit. Außerdem werden die Teams vom Veranstalter gebeten, Karosserieteile vor der Box auszulegen. Und das Beste: Für Inhaber einer Eintrittskarte ist das Ganze kostenlos! Seit neuestem gibt es auch Mittwochs und Donnerstags jeweils vor Trainingsbeginn von 8:00 - 15:00 Uhr einen Pitwalk.

Planung der Rennwoche

In den letzten Jahren folgte der Ablauf der Rennwoche immer dem gleichen Muster und auch an den Uhrzeiten änderte sich nicht viel. Ihr könnt also bei eurer Planung für den nächsten Besuch davon ausgehen, dass die verschiedenen Events wieder in der gleichen Reihenfolge und am gleichen Wochentag wie im Vorjahr stattfinden werden. Im Jahr 2015 sah das zum Beispiel wie folgt aus:

Sonntag, 7. Juni 14:30 - 19:00 Technische Abnahme der Fahrzeug in der Innenstadt von Le Mans, Place de la République
Montag 8. Juni 10:00- 18:00 Technische Abnahme der Fahrzeug in der Innenstadt von Le Mans, Place de la République
Dienstag 9. Juni 10.30 - 10.45 Offizielles Foto aller Fahrer auf der Start-Ziel-Geraden
  17.00 - 18.30 Autogrammstunde aller Fahrer in der Boxengasse
Mittwoch 10. Juni 8.00 - 15.00 Pit Walk - Boxengasse ist für alle Zuschauer geöffnet
  16.00 - 20.00 Freies Training 24 Std. von Le Mans
  20.30 - 21:30 Freies Training - Rennen des Rahmenprogramms
  22.00 - 24.00 Qualifikationstraining 24 Std. von Le Mans
Donnerstag 11. Juni 8.00 - 15.00 Pit Walk - Boxengasse ist für alle Zuschauer geöffnet
  16.00 - 18:30 Qualifikationstraining - Rennen des Rahmenprogramms
  19.00 - 21:00 Qualifikationstraining 24 Std. von Le Mans
  22.00 - 24.00 Qualifikationstraining 24 Std. von Le Mans
Freitag 12. Juni 10.00 - 20.00 Pit Walk - Boxengasse ist für alle Zuschauer geöffnet
  17:30 - 19:30 Fahrerparade, Le Mans Innenstadt
Samstag, 13. Juni 9.00 - 9.45 Warm-Up 24 Std. von Le Mans
  10.00 - 12.00 Rennen des Rahmenprogramms
  15.00 Start der 24 Std. von Le Mans
Sonntag 14. Juni 15.00 Zieleinlauf 24 Std. Von Le Mans

Den aktuellen Zeitplan findet man einige Wochen vorher immer auf der Veranstaltungswebsite www.24h-lemans.com

Der Testtag (Journée Test)

In den 70- und 80-er Jahren gab es einige Wochen vor dem jeweiligen Rennen eine Vorqualifikation. Alle Teams, die bei den 24-h von Le Mans starten wollten, mussten dort fahren und nur die schnellsten Wagen sowie die jeweiligen Klassensieger des Vorjahres durften dann zum Rennen antreten. In manchen Jahren kämpften in dieser Vorqualifikation 70 bis 80 Teams um weniger als 50 Startplätze.

Seit geraumer Zeit gibt es diese Vorqualifikation nicht mehr, denn die Teilnehmerliste wird schon einige Monate vor dem Rennen vom Veranstalter nach verschiedenen Kriterien festgelegt. Seit 2012 erhalten alle Teams, die ihr Auto für die komplette WEC-Rennserie angemeldet haben, automatisch eine Starterlaubnis für die 24 Stunden von Le Mans. Hinzu kommen die Klassensieger des Vorjahres und die Vorjahresmeister aus anderen Sportwagenmeisterschaften, z.B. der European Le Mans Series, der TUDOR United Sportscar Championship und der Asian Le Mans Series. Eventuell übrig bleibende freie Plätze werden nach Gutdünken des Veranstalters vergeben und es gibt auch immer eine Reserveliste mit 10 Fahrzeugen, falls jemand kurzfristig abspringt. Derzeit werden maximal 60 Startplätze vergeben, das entspricht der Anzahl der Boxen.

Am Sonntag 2 Wochen vor dem Rennen findet in der Regel der Testtag statt, zu dem alle Teilnehmer und die Teams der Reserveliste eingeladen werden. Dies ist ein wichtiger Termin für alle, denn es handelt sich um die einzige Möglichkeit, vor der Rennwoche auf der Strecke in Le Mans zu testen. Für alle Teams, Fahrzeuge und Fahrer, die noch nie in Le Mans angetreten sind, ist dieser Termin verpflichtend, für alle anderen optional. In den letzten Jahren ließ sich aber kaum jemand diese Testmöglichkeit entgehen, selbst die US-Teams wie z.B. Corvette reisen deshalb immer schon 2 Wochen vor dem Rennen an.

Genau wie in der Rennwoche geht auch dem Testtag eine 2-tägige technische Abnahme aller Fahrzeuge voraus, die im Parc Fermé an der Rennstrecke stattfindet. Dies kann man sich umsonst anschauen, ebenso ist Freitag und Samstag vor dem Testtag die Boxengasse für alle Zuschauer geöffnet.

2015 kostete der Eintritt für den Sonntag 20 €. Aber: Wer sich später auch das Rennen anschauen will, der sollte sich direkt das "Enceinte Générale"-Ticket kaufen. Dieses benötigt man zum Rennen ohnehin und der Besuch des Testtages ist darin bereits enthalten. Der Tag besteht aus 2 Trainingseinheiten von je 4 Stunden, von 9:00 bis 13:00 Uhr und von 14:00 bis 18:00 Uhr. Falls ihr den Testtag besuchen wollt, hier noch einige Hinweise:

  • Die Parkplätze in der Nähe des Haupteinganges und im Außenbereich der Dunlop-Brücke sind kostenlos.
  • Einige der Essstände im Village haben geöffnet, alternativ kann man auch in die Cafeteria im Museum gehen.
  • Der äußere Bereich des Fahrerlagers ist für alle Zuschauer geöffnet, lediglich der Bereich direkt hinter den Garagen ist nur für die Teams zugänglich.
  • Alle Tribünen sind geöffnet und können kostenlos benutzt werden
  • Radio Le Mans sendet auch am Testtag
  • Die Zeltplätze sind nicht geöffnet, aber die Hotels vor Ort sind zum Testtag in der Regel noch nicht ausgebucht.

Die meisten Teams bleiben nach dem Testtag direkt vor Ort, denn eine Woche später fängt ja bereits die Rennwoche mit der technischen Abnahme in der Innenstadt an.